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Leadqualität

Woran Sie einen guten Lead erkennen

Welche Angaben einen Lead bewertbar machen, wie Sie Prüfarten unterscheiden und weshalb Passung und Kaufbereitschaft getrennt betrachtet werden sollten.

Ein guter Lead gibt Ihrem Vertrieb einen nachvollziehbaren Anlass für ein Gespräch. Er hilft Ihnen einzuschätzen, worum es geht, ob Sie die passende Leistung anbieten und welcher nächste Schritt sinnvoll sein könnte. Eine ausgefüllte Anfrage allein beantwortet diese Fragen noch nicht vollständig. Entscheidend sind die enthaltenen Informationen, ihre Herkunft und ihre Bedeutung für Ihren Betrieb. Wer diese Punkte getrennt betrachtet, kann Kontakte sachlicher bewerten und gezielter bearbeiten.

Eine Anfrage ist noch keine Kaufentscheidung

Menschen stellen Anfragen aus unterschiedlichen Gründen. Einige möchten ein konkretes Vorhaben umsetzen, andere vergleichen zunächst Möglichkeiten. Bei Photovoltaik kann bereits ein geeigneter Dachbereich feststehen. Bei einer Küche ist vielleicht erst die Raumplanung begonnen worden. Ein Immobilieneigentümer kann eine Bewertung wünschen, ohne schon einen Verkauf beschlossen zu haben.

Diese Kontakte sind nicht automatisch gut oder schlecht. Sie befinden sich an unterschiedlichen Stellen ihrer Entscheidung. Bewerten Sie deshalb getrennt, ob der Bedarf zu Ihnen passt und wie konkret der nächste Schritt bereits ist. Ein früher Kontakt kann interessant sein, benötigt aber einen anderen Gesprächseinstieg als eine Anfrage mit festem Umsetzungstermin.

Drei Arten von Informationen unterscheiden

Die Bezeichnung „qualifiziert“ ist nur hilfreich, wenn klar beschrieben wird, welche Prüfung tatsächlich dahintersteht. Für die Bewertung sollten Sie mindestens drei Ebenen auseinanderhalten:

  • Selbst gemachte Angaben: Die anfragende Person hat Informationen in ein Formular eingetragen. Das beschreibt zunächst ihre eigene Auskunft.
  • Technische Prüfung: Ein System hat beispielsweise das Format einer E-Mail-Adresse oder die Vollständigkeit eines Pflichtfeldes geprüft. Daraus folgt noch nicht, dass die Person erreichbar ist oder das Vorhaben bestätigt hat.
  • Persönliche Bestätigung: Bestimmte Angaben wurden in einem Gespräch bestätigt. Auch hier zählt, welche Fragen gestellt und welche Antworten dokumentiert wurden.

Eine Telefonnummer kann formal plausibel sein und trotzdem nicht zur Person gehören. Umgekehrt ist eine unbeantwortete erste Kontaktaufnahme allein noch kein Beleg für falsche Angaben. Lassen Sie sich den jeweiligen Prüfgegenstand erklären. Weitere Orientierung finden Sie unter Leadqualität.

Die fachliche Passung bestimmen

Notieren Sie vor dem Einkauf die Bedingungen, unter denen Ihr Betrieb einen Auftrag bearbeiten kann. Dazu gehören das Einsatzgebiet, angebotene Leistungen, vorhandene Kapazitäten und gegebenenfalls Eigenschaften des Projekts. Je klarer diese Bedingungen sind, desto leichter lassen sich Kontakte einordnen.

Bei Wärmepumpen können Gebäudeart, bestehende Heizung und der gewünschte Leistungsumfang wichtige Gesprächsgrundlagen sein. Für Immobilienunternehmen sind etwa Objektart, Lage und Anlass der Anfrage relevant. Bei Versicherungen sollten der genannte Beratungswunsch und der bestehende Informationsbedarf erkennbar sein. Solche Angaben ersetzen keine fachliche Beratung oder Prüfung, erleichtern aber die Vorbereitung.

Unterscheiden Sie dabei zwischen unverzichtbaren Voraussetzungen und hilfreichen Zusatzinformationen. Eine fehlende Angabe ist zunächst eine offene Frage. Erst ihre Klärung zeigt, ob der Kontakt tatsächlich nicht passt.

Vollständigkeit mit Relevanz verbinden

Viele ausgefüllte Felder machen eine Anfrage nicht automatisch wertvoll. Prüfen Sie stattdessen, ob die Informationen Ihr nächstes Gespräch verbessern. Sie sollten erkennen können, was angefragt wurde, auf welchem Weg eine Kontaktaufnahme möglich ist und welche wesentlichen Punkte noch offen sind.

Achten Sie außerdem auf widersprüchliche Angaben. Stehen etwa unterschiedliche Orte im Datensatz, lohnt sich eine gezielte Rückfrage. Dokumentieren Sie den Widerspruch konkret, statt die gesamte Anfrage vorschnell als unbrauchbar einzustufen.

Mit einem einfachen Bewertungsraster arbeiten

Ein überschaubares Raster ist im Alltag oft hilfreicher als eine scheinbar genaue Punktzahl. Verwenden Sie für jede Anfrage dieselben Fragen:

  • Passt das Anliegen grundsätzlich zu unserem Angebot?
  • Liegt das Projekt in unserem betreuten Gebiet?
  • Welche Informationen sind vorhanden und wie wurden sie ermittelt?
  • Welche entscheidenden Fragen müssen wir noch klären?
  • Welcher nächste Schritt lässt sich sinnvoll anbieten?

Halten Sie die Antworten kurz fest. Trennen Sie beobachtbare Fakten von Ihrer Einschätzung. „Eigentümer nennt nächsten Sommer als möglichen Zeitpunkt“ ist aussagekräftiger als „geringe Kaufbereitschaft“.

Vor dem Kauf die Beschreibung prüfen

Vergleichen Sie nicht nur den Preis. Relevant sind auch die beschriebenen Datenfelder, die Art der Qualifizierung, die Weitergabe an weitere Anbieter sowie die vereinbarten Bedingungen für die Bearbeitung von Beanstandungen. Prüfen Sie, ob diese Merkmale zu Ihrem Vertriebsprozess passen. Die Branchenübersicht unterstützt Sie bei der Auswahl des passenden Themenbereichs.

Werten Sie später nicht ausschließlich Abschlüsse aus. Auch fachliche Passung, geklärter Bedarf und vereinbarte nächste Schritte helfen, die Qualität Ihrer Kontakte und die eigene Bearbeitung besser zu verstehen.

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